A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z  

  Subjects -> PHILOSOPHY (Total: 762 journals)
The end of the list has been reached or no journals were found for your choice.
Similar Journals
Journal Cover
Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte
Number of Followers: 0  
 
  Hybrid Journal Hybrid journal (It can contain Open Access articles)
ISSN (Print) 0012-0936 - ISSN (Online) 2365-9521
Published by Springer-Verlag Homepage  [2469 journals]
  • Die Freiheit der Virtuosen

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Musikalisch konnotierte Begriffe wie ›acting in concert‹, Virtuosität, Artikulation und Ton spielen eine auffallend prominente Rolle in Hannah Arendts politischem Denken. Der Artikel arbeitet die theoretischen Implikationen dieses Sprachgebrauchs heraus, indem er in Auseinandersetzung mit dem musikhistorischen Gehalt von Arendts Begriffen analysiert, wie Arendt den Topos der Vergleichbarkeit von Interagieren und Musizieren für ihre Theorie des Handelns fruchtbar macht. Aufgezeigt wird auf diesem Wege, wie sich die politischen Implikationen verschiedener Schreib‑, Sprech- und Denkweisen im Rahmen von Arendts Theorie des Handelns verstehen ließen.
      PubDate: 2022-06-02
       
  • Rhetorik als literaturtheoretische Praxis (zu Derrida, de Man und Barthes)

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Der Aufsatz überprüft die These, daß die Moderne kein Zeitalter der Rhetorik, sondern ein Zeitalter der Rhetorizität sei, an drei einschlägigen Texten von Jacques Derrida, Paul de Man und Roland Barthes. Dabei erweist sich die genannte These als einseitig, da sie zwar auf die restringierten elocutio-Rhetoriken Derridas und de Mans (sowie Paul Ricœurs, wie ein Exkurs seiner Benveniste-Rezeption andeutet) zutreffen mag, nicht jedoch auf Barthes. Seine Rückkehr in die Rhetorik zielt auf die Rekonstruktion eines umfassenden Rederegimes, die zu einer seinerzeit noch ausstehenden Diskurslinguistik, die Benvenistes späte Schriften nahegelegt hatten, führen sollte.
      PubDate: 2022-05-30
       
  • Produktionen der Gegenwart

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung »Productionen der Gegenwart« nennt Goethe Kotzebues Schauspiele abwertend und spielt damit ein autonomieästhetisches Kunstverständnis gegen eine populäre Literatur aus, die maßgeblich von ihrem expliziten Verweischarakter auf die historische Gegenwart lebt. Für Kotzebues Schreiben lässt sich eine tiefe Durchdringung von dargestelltem Zeithorizont und auf die Gegenwart berechnetem Effekt beobachten, die sich sowohl aus seiner Tendenz erklärt, aktuelle politische und gesellschaftliche Themen und Motive aufzugreifen und literarisch zu verarbeiten, als auch aus seinem expliziten Anspruch, schreibend auf die Gegenwart einzuwirken. Am Beispiel von Kotzebues Russisch-Deutschem Volks-Blatt (1813) und der Komödie Der deutsche Mann und die vornehmen Leute, einem »Sittengemälde« von 1817, in dessen Zentrum Arten und Entartungen von männlichem und weiblichen Patriotismus stehen, zeigt der vorliegende Beitrag, wie im Nachgang der Napoleonischen Kriege Publizistik und Komödie ineinandergreifen und Erinnerungskultur literarisch modelliert wird. Dieser explizite Gegenwartsbezug hat eine unmittelbare Auswirkung auf die zeitgenössische lokalspezifische Aufnahme und Beurteilung der Komödie in Berlin und Wien, wie auch auf die Kanonfähigkeit von Kotzebues Schauspiel im Allgemeinen.
      PubDate: 2022-05-24
      DOI: 10.1007/s41245-022-00142-0
       
  • Schamhafte und schamlose Armut bei Ulrich Bräker

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Der Aufsatz untersucht das Verhältnis von Scham und Armut im Werk Ulrich Bräkers: Die Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (1789) ist an der Vorbildlichkeit schamhafter Armut orientiert, ringt jedoch mit der paradoxen Notwendigkeit der schamlosen Inszenierung schamhafter Armut. Die Rede über den Gassenbettel (1790) zeichnet sich demgegenüber durch experimentelle Strategien der Beschämung des Publikums mithilfe einer Rhetorik der Evidenz und der Zeugenschaft aus. Die in Bräkers Tagebüchern enthaltene Jauss-Novelle (1789) schließlich, die hier erstmals einer genaueren Betrachtung unterzogen wird, kreist um eine Figur schamloser Armut und sexueller Ausschweifung. Dass die in ihrer obszönen Explizitheit erstaunliche Jauss-Novelle nie vollständig und im Zusammenhang als literarisches Werk publiziert wurde, führt vor Augen, dass Scham eine Schlüsselfunktion für die Selektionsmechanismen des literarischen Betriebs besitzt.
      PubDate: 2022-05-18
      DOI: 10.1007/s41245-022-00141-1
       
  • Reason has its epochs: Schiller, Goethe, Golgotha, and the intertextual
           construction of the Absolute in Hegel

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Abstract The last words in the Phänomenologie des Geistes are not Hegel’s own, but rather come from the writings of Schiller. Years later, in his lectures on religion, Hegel still makes use of the same intertextual reference to signify a sublation into the Absolute. As this article shows, a key aspect of Schiller’s early Philosophische Briefe is the anticipation of a philosophy that would reach into the infinite, and Hegel, deeply influenced by Schiller, gestures back to the scene of that anticipation at precisely the moment that he believes himself to fulfill the project Schiller had sketched. In parallel to the Schiller reference, the PhG moreover evokes imagery from the Gospels, while the later religion lectures add a reference to verse by Goethe. These disparate intertexts interact to yield a representation of one of the most elusive moments in Hegel’s thought, one that his own philosophical prose proves unable to capture.
      PubDate: 2022-03-17
      DOI: 10.1007/s41245-022-00140-2
       
  • Grazia, Gabe und Salz

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung An der Gabenpraxis traditioneller Gesellschaften, die Marcel Mauss im Essai sur le don (1923-24) untersucht hat, ist die ästhetische Dimension von großer Bedeutung; zu sozial konstitutiven (und politisch wirksamen) Gaben, die v.a. Akte wechselseitiger Anerkennung sind, eignen sich nämlich nur besondere Dinge und Leistungen. Diese werden im Rahmen festlicher Gelegenheiten getauscht. Die vorliegende Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Gabe und Ästhetik an einem konkreten Fall der europäischen Vormoderne, an Benvenuto Cellinis Saliera für den französischen König François Ier. In der Renaissance verklammert der Begriff grazia Hofkunst mit höfischem Habitus, Selbstdarstellung der Elite und Inszenierung der Macht. Das hier verhandelte kostbare Objekt und seine Geschichte realisieren grazia in ihrer doppelten Bedeutung als Erscheinung im Kunstwerk und soziopolitische Beziehung; beide verweisen auf die Gabenpraxis und deren symbolische Funktionen, und umgekehrt. Für die Analyse sind Materialität des Gegenstands und Textualität (namentlich Cellinis Autobiographie) gleichermaßen wichtig.
      PubDate: 2022-03-15
      DOI: 10.1007/s41245-022-00139-9
       
  • Oedipus der Tyrann: zur Titelwahl und zum Begriff des ›Tyrannen‹ in
           Hölderlins Übersetzung des Sophokleischen Oedipus Tyrannus

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Im Jahr 1804 erschien Hölderlins zweibändige Übersetzung, Die Trauerspiele des Sophokles, bestehend aus Oedipus der Tyrann und Antigonae. Zeitgenossen haben u.a. die Titelwahl für seine Ödipus-Tragödie beanstandet, die, so ein Rezensent, gleich vorweg die mangelhaften Griechischkenntnisse des Übersetzers verrate. In diesem Aufsatz wird zunächst die Geschichte des Titels von Sophokles’ erster Ödipus-Tragödie skizziert, von der handschriftlichen Überlieferung bis hin zu volkssprachlichen Übersetzungen und Bearbeitungen, die vor 1805 im europäischen Raum erschienen sind. Der Fokus wird dann ausgeweitet auf die antike Bedeutung von tyrannos und Sophokles’ Verwendung von dieser und anderen Herrscherbezeichnungen in diesem Werk. Eine Analyse von Hölderlins Text im Vergleich zu elf anderen Übersetzungen (drei lateinischen und acht zeitgenössischen deutschen) zeigt eine eigentümliche und weitestgehende Konsistenz in seiner Handhabung des Herrschervokabulars, die einerseits eine gewisse semantische und klangliche Nähe zum Sophokleischen Text bewahrt, andererseits die Interpretation dieses Vokabulars im Sinne moderner, europäischer Herrschaftsinstitutionen verhindert. Hölderlin verwendet ›König‹ allein als Ehrenanrede an Personen von Rang und die Götter, nicht aber als Bezeichnung einer Herrscherposition; tyrannos wird fast ausschließlich als ›Herrscher‹ übersetzt. Abgesehen vom Titel kommt ›Tyrann‹ ein einziges Mal vor als Übersetzung der berühmten Gnome des zweiten Stasimons: ὕβρις φυτεύει τύραννον, die Hölderlin mit »Frechheit pflanzt Tyrannen« wiedergibt. Zum Schluss wird seine Titelwahl unter Berücksichtigung dieser Zeile und der besonderen Bedeutung von ›Frechheit‹ hier und an anderen Stellen in seiner Dichtung gedeutet.
      PubDate: 2022-03-08
      DOI: 10.1007/s41245-022-00137-x
       
  • History as Politics in Ibsen’s An Enemy of the People

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Abstract This paper argues that Ibsen’s An Enemy of the People constitutes one his most ambitious literary and political achievements. In literary terms, the play seeks to reinvent the genre of history drama in a manner deliberately opposed to Hegelian aesthetics. Ibsen does so by systematically deepening the play’s central conflict. What at first appears to be a problem grounded in personal rivalries, reveals itself to be a social and political struggle, which in turn yields a moral crisis, to, finally, a problem of history. In this manner, Ibsen combines two positions that at first sight seem incompatible: the most relativistic impulses of the historicism of his day and a metaphysical form of tragedy that he identifies with Shakespeare. Politically, Ibsen stages what might be characterized as a profoundly pessimistic form of messianism. On that view, it is necessary to categorically reject any existing political project and instead champion the possibilities articulated by those in society who have no investment in the present. This is not because those individuals have greater access to utopian ideals that should be actualized, since any political success automatically invalidates the ideals in question. Instead, the defense of the socially marginalized is grounded in the view that their saving power lies with their ability to articulate ideals that have no stake in the persistence of our world. Against this background it becomes possible to fully understand the structure and continuing significance of this play.
      PubDate: 2022-03-08
      DOI: 10.1007/s41245-022-00138-w
       
  • Proletarische Allegorese

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Ausgehend von zwei Texten Simone Weils und Charles Baudelaires untersucht der Beitrag die religiöse Signatur der literarischen und politischen Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts. Manifest wird sie in einem genuin allegorischen Sprach- und Weltverständnis, das sich gegen die schlechte Unendlichkeit einer techno-wissenschaftlich verdinglichten Welt richtet, die sich jeder Alteritätserfahrung verschließt. Religiöse Begriffe und Figuren sind in der literarischen Moderne nicht je schon uneigentliche Rede, sondern verlangen nach einer vorurteilsfreien Lektüre, die theologische Fragen nicht aus-, sondern miteinschließt. Dafür steht nicht zuletzt auch Walter Benjamins Lektüre Baudelaires ein.
      PubDate: 2021-12-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00136-4
       
  • »Ein echter Naturforscher von heute hat eine tiefe Verachtung gegen
           ›Literatur‹«

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Der vorliegende Aufsatz beleuchtet die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Physik, Literatur und Philologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von einem Brief des österreichischen Physikers Erwin Schrödinger an Ernst Cassirer gehen wir der Frage nach, inwiefern die prominenten deutschsprachigen Vertreter der aufstrebenden theoretischen Physik nicht nur literarische Texte und Inhalte verarbeiteten, sondern in ihrer zutiefst philologisch geprägten Publikations- und Arbeitspraxis auch textwissenschaftlich operierten. Lassen sich in den nachgelassenen und publizierten Schriften von Physikern wie Schrödinger neue Hinweise darauf finden, dass die »Macht der Philologie« noch weit ins Jahrhundert der Physik nachwirken, ja Philologie vielleicht sogar als Wissensmodell in der theoretischen Physik fungieren konnte'
      PubDate: 2021-11-24
      DOI: 10.1007/s41245-021-00135-5
       
  • Der geraubte Räuber

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Der Beitrag befasst sich am Beispiel von Christian August Vulpius’ Roman Rinaldo Rinaldini mit frühen Formen moderner Fanfiction. Die Fortsetzungen des Romans von fremder Hand arbeiten in unterschiedlicher Weise daran, jene Probleme, die im Original ungelöst bleiben, zu beheben und der kontingenten Ereignisfolge ein Telos zu verleihen. Das Beispiel zeigt, dass Fanfiction die unrealisierten Möglichkeiten literarischer Werke nutzt, indem sie durch eigenwillige Lektüren die Zwangsläufigkeit von Handlungsverläufen hinterfragt und alternative Welterklärungsmodelle entwirft. Zugleich lässt sich an Vulpius’ Roman beobachten, inwiefern Vorlage und Fanfiction hier in einem Wechselverhältnis stehen. Die Untersuchung von Fanfiction eröffnet damit auch Perspektiven für eine netzwerkförmige Literaturgeschichtsschreibung.
      PubDate: 2021-11-22
      DOI: 10.1007/s41245-021-00134-6
       
  • ›Grazie‹, charis, Gabe

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Die barocke grâce bildet die sozio-politische und ökonomische Kontrastfolie für das ideale Griechenland, das Winckelmann als Gesellschaft im Zeichen der charis entwirft. Es entspricht avant la lettre der Gaben tauschenden Gesellschaft im Sinne von Marcel Mauss. Der Begriff der charis deckt sich, wie an Pindar, einer entscheidenden Referenz des Gelehrten, deutlich ist, in vielen Hinsichten mit dem der Gabe. Winckelmann entwickelt Aspekte der charis und der Gabenbeziehung an der griechischen Lebensweise, den antiken Kunstwerken und der Kunstbetrachtung und konzipiert ›Grazie‹ als Verhältnis der Anerkennung. Seine Statuenbeschreibungen fungieren selbst als Gaben, die eine neue Art der Sozialität ermöglichen. Denn ein zeitgenössisches Pendant zu einer Gesellschaft, in der Schönheit ein fait social total bildet, ist die amikale Gemeinschaft der ästhetisch Sensibilisierten: In ihr kultivieren Gleichrangige einen liebend-vertrauten Umgang mit den Kunstwerken.
      PubDate: 2021-09-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00131-9
       
  • Wer also erzählt Nietzsches Zarathustra'

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Dass Also sprach Zarathustra einen Erzähler hat, wird meist übersehen. Der Beitrag arbeitet die unterschiedlichen Rollen und Funktionen des Erzählers in Nietzsches Hauptwerk heraus, diskutiert die damit verbundene Gattungsproblematik und fragt nach den Formen und Folgen eines Erzählens nach dem Tode Gottes. Es werden die unterschiedlichen Störungen in der Erzählordnung vorgeführt und diese im Licht einer chaotisch und kontingent gewordenen Moderne interpretiert.
      PubDate: 2021-09-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00132-8
       
  • Straightwashing oder Rosafärbung – War Gleim schwul'

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Der Beitrag untersucht Indizien und Argumente für eine Homosexualität des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim, wie sie hauptsächlich in der angloamerikanischen genderorientierten Germanistik vorgetragen werden. Von Bedeutung sind dabei insbesondere Gleims Briefwechsel und Freundschaften mit Johann Georg Jacobi und Johannes von Müller. Der Beitrag bestimmt die Interpretation der empfindsamen Freundschaft des mittleren 18. Jahrhunderts als Homoerotik angesichts der historischen Veränderlichkeit der Freundschaftskultur und etwa auch der Freundschaftspraktik des Freundeskusses als unzulässige heutige Projektion. Er stützt sich maßgeblich auf die Abhandlung von W. Daniel Wilson, »But is it gay' Kissing, friendship, and ›pre-homosexual‹ discourses in eighteenth-century Germany« (2008), hinter welche die Forschung wieder zurückgefallen war.
      PubDate: 2021-09-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00130-w
       
  • Luft als Element

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Das aktuelle Interesse an Phänomenen der Atmosphäre wie Wetter und Klima hat sich bislang vor allem auf die literarische Auseinandersetzung mit der frühen Meteorologie gerichtet. Der vorliegende Aufsatz schlägt eine wissenshistorische und ästhetische Erweiterung der Perspektive vor: ein Blick auf die sehr viel ältere, aber höchst wirkmächtige Tradition, Luft als Element zu verstehen. Von der antiken Medizin bis ins späte 19. Jahrhundert ist Luft – als Witterungsphänomen, lokales Klima oder Medium schädlicher Dünste – eine spürbare und intensiv wirksame Dimension von Umwelt, die auf Körper, Seelen und Gesellschaften einwirkt. Diese Tradition wird in der Moderne langsam verdrängt, überdauert aber in der Literatur. Während die Wissenschaften von der Atmosphäre die Luft entsinnlichen, bewahren literarische Texte ein Sensorium für ihre Qualitäten und Wirkmacht, das es neu zu entziffern gilt. Als Beispiel einer solchen meteorologischen Lektüre liest der Aufsatz Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig (1912) als einen Text, der sich exakt am Übergang von der alten Theorie der Luft als Element zu einem modernen Verständnis von Atmosphäre und Ansteckung situiert. In den Stimmungen und Witterungen, die der Text entfaltet, zeigt sich Luft als Resonanzraum und maßgeblicher Schrittmacher für Aschenbachs Untergang.
      PubDate: 2021-09-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00133-7
       
  • Ästhetischer Dünger

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Die Neue Rechte betreibt seit 2000 eine umfangreiche Literaturpolitik. Aktionen im Literaturbetrieb, eigene Publikationen sowie ein expandierender Literaturjournalismus (der neben Büchern und Zeitschriften auch Internetblogs, Podcasts und Videos umfasst) werden mit zunehmendem Geschick und Erfolg dazu genutzt, neurechte Ideologien im Kulturbetrieb zu verankern. Dies zeigte sich u.a. in der 2020 um die Schriftstellerin Monika Maron geführten Debatte, die der Aufsatz zum Ausgangspunkt nimmt, um die wichtigsten metapolitischen Strategien neurechter Literaturpolitik vorzustellen: eine Veränderung des Lektürekanons, eine politische Funktionalisierung von Ästhetik und ästhetischer Erziehung sowie literaturbetriebliche Aktionen. Abschließend wird am Streit um den Debutroman von Simon Strauß diskutiert, wie sich angemessen (auch literaturwissenschaftlich) auf neurechte Literaturpolitik reagieren lässt.
      PubDate: 2021-06-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00127-5
       
  • Ungleiche Ewigkeiten

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Die wissenschaftliche Rezeption hat Goethes Gedichtzyklus »Sonette« mit fortschreitender Tendenz einer modernen Poetik der Diskontinuität zugeordnet und eine Hinwendung zur Allegorie postuliert, die charakteristisch für Goethes Spätwerk sei. Der Petrarca-Bezug des Zyklus ist in diesem Rahmen nur ansatzweise in den Blick genommen worden. Eine detaillierte Lektüre kann jedoch nachweisen, dass die Sonette in enger interner Verschränkung auf die epistemische Rahmung von Petrarcas lyrischem Diskurs Bezug nehmen, diese mit den Mitteln einer Symbolpoetik verwandeln und sich der romantischen Sonett- und Petrarca-Verehrung kritisch zur Seite stellen.
      PubDate: 2021-06-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00128-4
       
  • Glückliche Konstellationen – Der Beginn einer Freundschaft zwischen
           Friederike Mayröcker und Thomas Kling

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Die Freundschaft zwischen Friederike Mayröcker und Thomas Kling begründete einen anregenden Austausch zwischen zwei der einflussreichsten deutschsprachigen Dichter des späten 20. Jahrhunderts. Dieser Artikel wird anhand zweier, Kling gewidmeter Gedichte Mayröckers aus den späten 1980er bzw. frühen 1990er-Jahren den Beginn ihrer Freundschaft näher beleuchten. In einer notwendigen Ergänzung der bisherigen Forschung wird der Schwerpunkt dieses Artikels dabei auf Mayröckers Sichtweise liegen. Insbesondere ihre von Friedrich Hölderlin beeinflusste Auseinandersetzung mit historischer Erfahrung im Medium dichterischer Sprache sollte später zu einem wichtigen Vorbild für den jungen Kling werden.
      PubDate: 2021-06-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00126-6
       
  • The Birth of Poetry from the Spirit of Flamenco:

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Abstract Oliver is considered one of the main representatives of German-language writers with a migration background. Thus, research has hitherto focused on topics related to so-called »migrant literature«, such as the xenophobic violence against minorities, or the feasibility of a hybrid identity or a transcultural »third space«. This essay differs from these content-based readings in that it foregrounds Oliver’s innovative poetics. Apart from Celan, Mayröcker, and Domin, the richest inspiration for Oliver’s poetics is Lorca, above all Lorca’s works Romancero gitano and Poema del cante jondo, and his two extensive lectures on »Duende«, the creative spirit that, according to Lorca, animates the performance of flamenco. Transcending Lorca, in his Ballad of Duende, Oliver embarks on a quest for a Duende which blends the »Andalusian« and the »German«, relying on poetic means, including a variety of prosodic, metaphoric, and rhetoric modes of expression. Furthermore, his striking use of neologism, syllabification, punctuation, and syntax engenders an associative expansion of meaning. Oliver thereby creates a language that is fundamentally ambiguous. His Duende empowers a kind of performative speaking that allows for multiple readings – roughly, from myth to Marx – and that is, importantly, an expression of resistance.
      PubDate: 2021-06-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00129-3
       
  • Gerechtigkeit für Odoardo Galotti

    • Free pre-print version: Loading...

      Abstract: Zusammenfassung Der tragische Schluss der Emilia Galotti hat von Anfang an gespaltene Reaktionen hervorgerufen. Noch heute sind zahlreiche Missverständnisse im Umlauf. Stimmen, die seine fragwürdige Konstruktion bemängelten, verklangen bald. Stattdessen wurde nach Verantwortlichen für die Katastrophe gefahndet. Dass schon bald der Vater, Odoardo Galotti, in Haftung genommen wurde, liegt, so die These, nicht zuletzt an einer Umwidmung oder Neukonzeption des tragischen Opfers. Es wird mit zentralen Versatzstücken der zeitgenössischen Geschlechtersemantik aufgeladen und einer metadramaturgischen Reflexion unterzogen. Emilias Selbstopfer ist ein Opfer im Wortsinn, es stattet die victima mit allen Attributen des sacrificiums aus. Und es ist ein Opfer, das maßgeblich von der Figur selbst in die Wege geleitet und vollzogen wird. Ein Großteil der nachfolgenden Dramatik arbeitet sich unter Übernahme der geschlechteranthropologischen Prämissen an diesem fulminanten Ende ab. Die Unterminierung einer bürgerlichen Würdekultur durch eine bald sich etablierende Kultur des Opfers setzte schon damals ein. Tatsächlich dokumentiert das Stück eine Krise der Tragödie. Wenn schon das Opfer selbst eine Darstellungsfunktion besitzt, dann steht bis heute zur Debatte, welche Funktion die Darstellung des Opfers besitzt.
      PubDate: 2021-03-01
      DOI: 10.1007/s41245-021-00124-8
       
 
JournalTOCs
School of Mathematical and Computer Sciences
Heriot-Watt University
Edinburgh, EH14 4AS, UK
Email: journaltocs@hw.ac.uk
Tel: +00 44 (0)131 4513762
 


Your IP address: 3.235.140.84
 
Home (Search)
API
About JournalTOCs
News (blog, publications)
JournalTOCs on Twitter   JournalTOCs on Facebook

JournalTOCs © 2009-