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Berliner Journal für Soziologie
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ISSN (Print) 0863-1808 - ISSN (Online) 1862-2593
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  • „Diego ist tot, es lebe Diego!“ – Soziologische Beobachtungen zur
           ungebrochenen Popularität Maradonas in Argentinien

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      Abstract: Zusammenfassung Im November 2020 starb Diego Armando Maradona. Das öffentliche Trauergeschehen und die Kommunikation in Reaktion auf seinen Tod verdeutlichen den außerordentlichen Symbolwert Maradonas in Argentinien auf besondere Weise. Betrachtet man jedoch die Vielzahl an Eskapaden, Regelverstößen, Gesetzesbrüchen und sonstigen Grenzüberschreitungen Maradonas, erscheinen seine fast ungebrochene Popularität und regelrecht sakrale Überhöhung zu Lebzeiten und über den Tod hinaus in einem anderen Licht. Neben seinen beiden Dopingfällen, Schlägereien auf dem Fußballplatz oder obszönen Gesten gegen sportliche Kontrahenten ist gerade auch die Liste seiner außersportlichen Verfehlungen lang. Erklärungsbedürftig ist dabei nicht nur, wie Maradona trotz aller Skandale Held bleiben konnte, sondern auch, in welchem Maße die Widersprüche, Ambivalenzen und Unzulänglichkeiten seinen Heldenstatus erst erzeugten. Aus diesem Grund werden im vorliegenden Beitrag die Leitsemantiken, Legitimationsrhetoriken, Neutralisierungstechniken, Rechtfertigungsgeschichten und sonstigen Präfigurationen identifiziert, die im allgemeinen Reden über Maradona wiederkehrend auftauchen. Es wird gezeigt, wie Gemeinschaftsfiktionen, Protestsymbole, Geniekonzept, Opfernarrative und Gottessemantik seinen Heldenstatus kommunikativ immunisieren, kontrafaktisch stabilisieren und zusätzlich befördern.
      PubDate: 2022-11-24
       
  • Resilient und überstabil. Zur Krisenfestigkeit der Europäischen
           Union

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      Abstract: Zusammenfassung Die Europäischen Gemeinschaften der Nachkriegsjahre haben sich trotz mannigfacher Krisen zu einem stabilen Gebilde entwickelt. Diese Entwicklung war durchaus erwartungswidrig. Der Artikel betont die zentrale Rolle politischer, juridischer und institutioneller Pfadabhängigkeiten im Europäischen Integrationsprozess. Die Kernthese lautet im Anschluss daran, dass die Europäische Union mittlerweile als geradezu überstabil bezeichnet werden muss, da einmal getroffene Weichenstellungen aus strukturellen Gründen kaum mehr korrigiert werden können. Die EU muss daher Alternativen zum Grundsatz der Einheitlichkeit entwickeln und Wege finden, ihren Kritikern innerhalb des Gemeinschaftssystems eine Stimme zu geben. Krisenresistenz, so das Fazit, könnte sich sonst paradoxerweise als Achillesferse der Integration erweisen.
      PubDate: 2022-11-24
       
  • Schlaglichter auf die Weltgesellschaft

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      PubDate: 2022-11-23
       
  • Erratum zu: „Ablehnungen gehören halt zum Geschäft.“ Lernprozesse in
           wissenschaftlichen Drittmittelbiografien

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      PubDate: 2022-11-09
       
  • Waiqi white collars als obsolete Avantgarde. Einheimische Angestellte
           ausländischer Unternehmen im chinesischen Modernisierungsdiskurs

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      Abstract: Zusammenfassung Die vorliegende Forschungsnotiz entwickelt eine kritische Lesart chinesischer Medienberichte zu einheimischen Angestellten von in China tätigen multinationalen Unternehmen, auch „waiqi white collars“ genannt. Mit Rückgriff auf den hegemonietheoretischen Diskursansatz von Laclau und Mouffe sowie die von Martin Nonhoff entwickelte funktionale Analyse politischer Diskurse untersucht der Artikel die Operationslogik der Berichte im Rahmen des chinesischen Identitäts- und Modernisierungsdiskurses. Insbesondere wird gefragt, wie sich trotz individueller Unterschiede in der medialen Darstellung ein einheitliches Image der waiqi white collars herauskristallisieren konnte. Es zeigt sich, dass die Identitäten der waiqi white collars in jeweils kontextspezifische Artikulationen eingebunden sind, welche sich zentral auf die Frage beziehen, wie China in der globalen Weltordnung positioniert ist und in welcher Beziehung es zum sogenannten „Westen“ steht. Wie der Artikel darlegt, hat in dieser Hinsicht in der jüngeren Vergangenheit ein manifester Wandel im chinesischen Modernisierungsdiskurs stattgefunden. In der Konsequenz wird der Beschäftigungsgruppe der waiqi white collars heute ein prekäres Image zugeschrieben, im Gegensatz zu ihrem früheren Status als Avantgarde der Modernisierung.
      PubDate: 2022-10-26
       
  • „Ablehnungen gehören halt zum Geschäft.“ Lernprozesse in
           wissenschaftlichen Drittmittelbiografien

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      Abstract: Zusammenfassung Was genau befähigt Wissenschaftler dazu, Drittmittel erfolgreich einzuwerben' Die Literatur zur Drittmittelforschung befasst sich mit den Wirkungsmechanismen externer Forschungsförderung und beleuchtet die ordnungspolitische Dimension des wettbewerbsbasierten Allokationsmechanismus, ohne individuelle Lernprozesse zu berücksichtigen. Die Peer-Review-Forschung nimmt zwar Lernprozesse im wissenschaftlichen Produktions- und Selektionsprozess in den Blick, lässt jedoch Einsichten darüber vermissen, wie sich diese Lerneffekte im wissenschaftlichen Lebenslauf der Antragsteller sedimentieren. Die Studie schließt an diesem Desiderat an. Auf der Grundlage von teilnarrativen Interviews mit erfolgreichen Antragstellern aus den Politikwissenschaften und der organischen Chemie und aus unterschiedlichen Generationen untersucht der Beitrag, erstens, Formen und Bedingungen des Lernprozesses. Zweitens erklärt der Beitrag, warum manche Antragsteller am Glauben festhalten, erfolgreich Forschungsanträge stellen zu können. Demnach erwerben Wissenschaftler aktiv Wissen, das es ihnen ermöglicht, wiederholt Drittmittelanträge zu verfassen. Der Erwerb dieses Wissens ist ein Prozess lebenslangen Lernens. Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist, dass wiederholt erfolgreiche Antragsteller vor allem lernen, sinnvoll zu scheitern.
      PubDate: 2022-10-26
       
  • Soziologie der Deglobalisierung

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      PubDate: 2022-09-21
      DOI: 10.1007/s11609-022-00483-9
       
  • “The whole world is becoming more like Russia.” A conversation on
           deglobalization in the wake of the war in Ukraine

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      Abstract: Abstract The Russian invasion of Ukraine is having profound repercussions for the international system and the global economy. In this conversation, Boris Kagarlitsky, professor at the Moscow School for Social and Economic Sciences and long-standing analyst of Russian society, politics, and the global political economy, discusses the implications of the war on the Russian economy, its financial sector, and the Russian elite. Furthermore, Kagarlitsky analyzes the ongoing crisis of globalization, in particular Western sanctions, rising commodity prices, and the current role of China.
      PubDate: 2022-09-19
      DOI: 10.1007/s11609-022-00482-w
       
  • Umkämpfte Globalisierung: Amerikanische und europäische Reaktionen auf
           Chinas Aufstieg im Hochtechnologiebereich

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      Abstract: Zusammenfassung Der Aufstieg Chinas hat zu einer Reihe von Konflikten mit den führenden westlichen Ländern geführt. Der Hintergrund dieser Auseinandersetzungen besteht darin, dass chinesische Konzerne zu ernsthaften Konkurrenten US-amerikanischer und europäischer Unternehmen geworden sind und die Ordnungsvorstellungen von US- und EU-Machteliten auf der einen und jene Chinas auf der anderen Seite auseinanderdriften. Denn in China sind politische und wirtschaftliche Macht anders organisiert als in den westlichen Marktwirtschaften: Der Parteistaat ist (Teil‑)Eigentümer wichtiger Unternehmen und interveniert offen mit Fünfjahresplänen in die Volkswirtschaft. Die Kommunistische Partei Chinas ist als Regulationsinstanz in Unternehmen präsent. Gleichzeitig organisiert der Parteistaat seine Herrschaft durch Output-Legitimität und funktioniert vielerorts als kennziffergesteuertes, meritokratisches System. Die Expansion des hybriden chinesischen Parteistaatskapitalismus führt deshalb zu einem neuen Systemkonflikt: Wirtschaftlich werden aufstrebende chinesische (Staats‑)Unternehmen zu Konkurrenten, politisch wird die Kontrolle von sensiblen Datenströmen und Infrastrukturnetzwerken zum Streitpunkt. In dem Artikel werden aktuelle Konfliktdynamiken zwischen den USA und China einerseits und der EU und China andererseits in den Bereichen Außenhandel, Investitionen, Hochtechnologie und Industriepolitik aus der Perspektive der Vergleichenden Politischen Ökonomie und des Weltsystemansatzes untersucht. Es werden jeweils Unterschiede in den Reaktionen herausgearbeitet: Die USA setzten auf eine aggressive Handels- und Sanktionspolitik, während die EU mit defensiveren Maßnahmen reagiert hat. Es wird gezeigt, wie diese Konflikte Chinas staatsgetriebene Globalisierungsstrategie verändern und zur Restrukturierung der Weltwirtschaft beitragen.
      PubDate: 2022-09-19
      DOI: 10.1007/s11609-022-00481-x
       
  • Respektverlust. Zur Kritik an gewaltvoller Kommunikation

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      Abstract: Zusammenfassung Der Beitrag reagiert auf die Kritik von Thomas Hoebel zu unserem Vorschlag, das Modell soziologischer Erklärung (MSE) für die Erklärung von Gewaltphänomenen einzusetzen. Dabei fokussiert er drei seiner Kritikpunkte: Erstens zeigt er, dass das MSE keine Begriffsfestlegung darüber liefert, was „Gewalt“ ist. Unser Vorschlag impliziert weder einen Begriffsrealismus noch eine Festlegung des Begriffs durch das MSE, dessen explanatorische Vorgehensweise Hoebel in seiner Kritik nicht vollständig berücksichtigt. Zweitens weist er den Vorwurf zurück, unsere Literaturauswahl sei ein selektives „Rosinenpicken“. Die von Hoebel als Gegenbeweise angeführten Studien widersprechen unserem Vorschlag nicht, sondern stützen diesen sogar. Drittens geht er auf Hoebels Fehlinterpretation unserer Übersetzung von Randall Collins’ Ansatz in das MSE ein: Seine Fehldeutung beruht auf einer voreiligen Gleichsetzung des MSE mit einem engen Verständnis von Rationaltheorien. Die Replik schließt mit einer Erklärung für die gewaltvoll kommunizierte Kritik von Hoebel.
      PubDate: 2022-09-08
      DOI: 10.1007/s11609-022-00480-y
       
  • Corona und die gefesselte Globalisierung

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      Abstract: Zusammenfassung Der Begriff der Globalisierung meint keine aktuelle Periode der Weltgeschichte, sondern einen Prozess, der wellenförmig verläuft und von tiefen Einbrüchen unterbrochen wird. Die Aufschwungphasen sind durch ein exponentielles Wachstum gekennzeichnet, bis Kipppunkte erreicht werden. Parallel dazu verläuft ein Prozess der Fragmentierung, der einzelne Länder, Großregionen oder Teile einer Gesellschaft betrifft, weil es immer Gewinner und Verlierer der Globalisierung gibt. Anhand historischer Beispiele werden beide Prozesse im Weltmaßstab skizziert. Sie sind nicht die bloße Folge des technischen Wandels bei Transport und Kommunikation, sondern bedürfen der flankierenden Institutionen aus Internationalen Öffentlichen Gütern wie Sicherheit, Stabilität und Konnektivität. Bereit gestellt werden sie von großen Mächten, weil nur diese über die Ressourcen verfügen und vor dem Freiwilligendilemma stehen. Ferner bedarf es einer großen Erzählung der Globalisierung, die konkurrierende Lehrmeinungen marginalisiert. Globalisierung gerät in die Krise, wenn die treibenden Transaktionen Kipppunkte erreichen oder die großen Mächte sich im Niedergang befinden und nicht mehr bereit bzw. in der Lage sind, für die Internationalen Öffentlichen Güter aufzukommen. Dann beginnt der globalisierungskritische Diskurs, der hegemonial wird, wenn immer neue Krisen den Globalisierungsdiskurs delegitimieren. Konsequenz ist die Spaltung der Gesellschaft in Kosmopoliten und Populisten. Derzeit stehen die wichtigsten Akteure vor dem hegemonialen Dilemma (USA) bzw. dem Freerider-Dilemma (China) und reagieren neoisolationistisch. Damit stehen die Internationalen Öffentlichen Güter zur Disposition, die Globalisierung gerät in die Krise. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung katalysiert.
      PubDate: 2022-09-01
       
  • Deglobalisierung, Rekonfiguration oder Business as Usual' COVID-19 und
           die Grenzen der Rückverlagerung globalisierter Produktion

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      Abstract: Zusammenfassung Die wirtschaftlichen Erschütterungen infolge der COVID-19-Pandemie scheinen die Notwendigkeit einer geografischen Restrukturierung und Rückverlagerung der Produktion zu bestärken, führten sie doch die Verwundbarkeit der globalisierten Produktionsstrukturen vor Augen. Der Beitrag geht den Auswirkungen von COVID-19 auf die Geografie globaler Produktionsnetzwerke nach. In Abgrenzung zu unterkomplexen Perspektiven auf die Globalisierung wird deren multiskalarer und politisch gestalteter Charakter hervorgehoben. Basierend auf diesen theoretischen Überlegungen und Fallstudien zur Automobil‑, Elektronik- und Bekleidungsindustrie wird gefolgert, dass die COVID-19-Pandemie nicht als Auslöser für einen allgemeinen Rückbau der globalen Fertigung interpretiert werden kann, wohl aber bereits länger anhaltende Verschiebungen hin zu multipolaren Produktions- und Konsumstrukturen verstärkt. Zwar hat das Thema der Resilienz globaler Produktionsnetzwerke eine größere Aufmerksamkeit in der strategischen Planung von Unternehmen und der Industriepolitik von Staaten erhalten. Eine verstärkte Lokalisierung und Regionalisierung von Produktionsnetzwerken ist jedoch nur eine Strategie von mehreren und wurde bis jetzt kaum implementiert. Anhaltende Störungen der Lieferketten, steigende Transportkosten und vor allem geo- und umweltpolitisch motivierte Politiken könnten aber durchaus zu einem stärkeren Re- oder Nearshoring führen. Politische Bestrebungen in diese Richtung werden jedoch limitiert durch gewachsene weltwirtschaftliche Entwicklungspfade und die mit ihnen verbundenen Kräfteverhältnisse. Im Ausblick betont der Beitrag die Notwendigkeit einer umfassenden politisch motivierten Restrukturierung globaler Produktionsnetzwerke im Kontext der dringend gebotenen sozial-ökologischen Transformation.
      PubDate: 2022-09-01
      DOI: 10.1007/s11609-022-00479-5
       
  • Das Netz und die Netze. Vom Wandel des Internets und der globalen
           digitalen Ordnung

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      Abstract: Zusammenfassung Bis heute birgt das Internet das Versprechen, alle Menschen in einem globalen Kommunikationsnetz horizontal zu vereinen. Doch seit einigen Jahren gibt es Bemühungen autoritärer wie demokratischer Staaten, sowohl digitale Anwendungen als auch die physischen und technischen Infrastrukturen des Internets ihrem souveränen Zugriff zu unterwerfen. Und auch die „Big Tech“-Unternehmen versuchen zunehmend, „ihren“ digitalen Raum exklusiv zu kontrollieren. In der Folge mehren sich die Warnungen vor einer möglichen Fragmentierung des Internets. Um diese Warnungen einzuordnen, bedient sich der Beitrag der Netzwerktheorie und zeichnet die Konflikte und Entwicklungen nach, die das Internet seit den frühen Visionen der Internet-Exzeptionalisten in den 1990er-Jahren bis zu aktuellen Souveränitätsbestrebungen geprägt haben. Es wird sichtbar, dass sowohl Staaten als auch Unternehmen seit einiger Zeit eine fundamentale Rekonfiguration der globalen digitalen Ordnung herbeizuführen versuchen. Ihr Bemühen, die Macht über Teilnetze zu festigen, verändert dabei auch die Strukturen des globalen Netzes und geht mit einer Stärkung autoritärer Ordnungsvorstellungen einher. Vor der Kontrastfolie der kosmopolitisch-liberalen Vision eines global geeinten Netzes stellt sich dies zwar als Fragmentierung dar. Der netzwerktheoretische Zugriff macht jedoch deutlich, warum die Pluralisierung des Internets noch nicht mit dessen Fragmentierung gleichzusetzen ist.
      PubDate: 2022-08-23
      DOI: 10.1007/s11609-022-00478-6
       
  • Erratum zu: Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit im Feld der
           Wissenschaft

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      PubDate: 2022-07-11
      DOI: 10.1007/s11609-022-00476-8
       
  • Der kybernetische Blick und seine Grenzen. Zur systemtheoretischen
           Selbstbeschreibung der digitalen Gesellschaft

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      Abstract: Zusammenfassung Die Systemtheorie positioniert sich in prominenter Weise als eine Sozial- und Gesellschaftstheorie, die sich aufgrund ihrer kybernetischen Denkfiguren und Begriffe besonders dazu eignet, die Digitalisierung der Gesellschaft soziologisch zu deuten. Angesichts dieses Anspruchs reflektiert dieser Beitrag die Bedingungen und Grenzen einer systemtheoretischen Beschreibung digitaler Sozialität. Selbst- und Fremdzuschreibungen der Systemtheorie als Theorie digitaler Sozialität rekapitulierend, betreibt er dazu eine Beobachtung zweiter Ordnung jenes kybernetischen Blicks, der Sozialität generell in funktional-formaler Weise als Prozess der Informationsverarbeitung versteht und Mensch und Computer damit gleichsam symmetrisiert. Es wird herausgearbeitet, dass die Systemtheorie zwar in der Tat gut geeignet ist, eine bereits digital konstituierte Sozialität zu beschreiben, ihr jedoch die Hervorbringung der Unterscheidung von Digitalem und Analogem gerade aufgrund ihrer kybernetisch-digitalen Theorieanlage latent entgleitet. Dies, so die Argumentation, manifestiert sich in einem blinden Fleck der Systemtheorie mit Blick auf Prozesse der Digitalisierung. Zur Bearbeitung dieser Leerstelle schlägt der Beitrag vor, Interfaces als soziotechnische Scharniere, die Analoges in Digitales übersetzen, soziologisch zu fokussieren. Denn erst diese Schnittstellen, so die These, ermöglichen einerseits die Symmetrisierung sämtlicher Entitäten im Register der Digitalität und machen andererseits das nicht-übersetzbare oder -übersetzungswürdige Analoge als „Rest“ des Digitalen intelligibel. Eine Sozialtheorie der Digitalisierung ist mithin angehalten zu rekonstruieren, wie eine Gesellschaft ihre analoge Umwelt laufend digital markiert, verarbeitet und schließlich vergisst.
      PubDate: 2022-07-11
      DOI: 10.1007/s11609-022-00475-9
       
  • Solidaritätsorientierungen und soziale Positionen. Klassenhabituelle
           Haltungen zu Sozialstaat und Geflüchteten in Österreich

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      Abstract: Zusammenfassung Auf Basis qualitativer Daten untersucht der Beitrag, welche Bedeutung der Klassenlage für die in der österreichischen Gesellschaft vorzufindenden Solidaritätsorientierungen zukommt, v.a. im Hinblick auf sozialstaatliche Arrangements und die Solidarität mit Geflüchteten. Das empirische Material wurde in einer zwischen 2016 und 2019 durchgeführten Studie in Österreich erhoben und umfasst insgesamt 48 Interviews. Die Aussagen werden zunächst mithilfe einer Heuristik von fünf Solidaritätsdimensionen zu einer Typologie von sieben Solidaritätskonfigurationen systematisiert und daraufhin im Hinblick auf die Relevanz der jeweiligen Klassenlage der Befragten differenziert. Mit Rekurs auf Bourdieu wird dabei nicht nur auf die objektive Klassenlage Bezug genommen, sondern auch auf die latenten Wirkungsmechanismen der Klassenherkunft im Sinne eines Klassenhabitus. Auf diese Weise kann sowohl bei nicht-privilegierten als auch bei privilegierten Befragten gezeigt werden, wie die jeweiligen Solidaritätskonfigurationen von der Klassenzugehörigkeit beeinflusst, wenn auch nicht determiniert sind. Im Ergebnis zeigen sich aufschlussreiche Unterschiede v.a. in Hinsicht auf Reichweite, Bedingungen und Gerechtigkeitsprinzipien der jeweiligen Solidaritätsorientierung. Es wird deutlich, dass der Fokus auf Klasse das Verständnis von Ein- und Ausschlüssen im Hinblick auf die sozialstaatliche Solidargemeinschaft plausibilisiert.
      PubDate: 2022-06-14
      DOI: 10.1007/s11609-022-00473-x
       
  • Intersections of class, lifestyle and politics. New observations from
           Norway

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      Abstract: Abstract Although social class was once central to political sociology, it has become increasingly less so; many analysts now believe that one’s class position is less important in determining political attitudes and political party preferences. Simultaneously, more attention has been paid to what might be called the culturalization of politics, as epitomized by the US culture wars and stereotypes like the “latte-drinking liberal.” Here, political attitudes are regarded as primarily structured by people’s lifestyles and broader way of life. But do political preferences have to be explained by either relations of sociomaterial conditions (e.g. class) or cultural orientations (e.g. status and lifestyles)' In this article, we argue in favor of an approach that aims to reconcile these factors, allowing for the empirical mapping of whether and how they intersect in shaping political party preferences. We investigate this by using detailed Norwegian survey data to measure the extent to which intraclass heterogeneity in political party choices can be accounted for by the interaction between class and lifestyle. We employ a novel combination of Multiple Correspondence Analysis (MCA) and Chi-Squared Automatic Interaction Detection (CHAID). In drawing on constructed models of the social space and the space of lifestyles, we show that there are important correspondences between these spaces and that their interaction may help account for party choices. The results highlight the need for a more complex account than that suggested in recent works of cultural stratification research.
      PubDate: 2022-06-13
      DOI: 10.1007/s11609-022-00472-y
       
  • Neue Ungleichheitsfragen, neue Cleavages' Ein internationaler
           Vergleich der Einstellungen in vier Ungleichheitsfeldern

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      Abstract: Zusammenfassung Der Beitrag fragt vor dem Hintergrund neuer gesellschaftlicher Konfliktthemen nach der sozialstrukturellen Fundierung von Ungleichheitseinstellungen. Es werden vier Ungleichheitsachsen in den Blick genommen: (1) Oben-Unten-Ungleichheiten, bei denen die ökonomische Ressourcenverteilung im Mittelpunkt steht, (2) Innen-Außen-Ungleichheiten, die sich auf territorialen Zugang, Migration und Mitgliedschaft beziehen, (3) Wir-Sie-Ungleichheiten, die die gesellschaftliche Anerkennung von Diversität umfassen, und (4) Heute-Morgen-Ungleichheiten, die sich auf Fragen der Generationengerechtigkeit und ökologischen Nachhaltigkeit richten. In jedem Bereich werden die Ausprägungen und Strukturierungen der sozialen Orientierungen aufgezeigt und in der Literatur gängige Erwartungen hierzu getestet. Zentral geht es um die Frage, ob die Einstellungsmuster in einer Weise mit sozialstrukturellen Differenzierungen einhergehen, dass man von Cleavages sprechen könnte. Auf der Basis des European Social Survey aus dem Jahr 2016 werden die Einstellungsstrukturen deskriptiv sowie faktoren- und regressionsanalytisch für eine ausgewählte Gruppe europäischer Länder (Schweden, Frankreich, Italien, Deutschland, Polen und Ungarn) untersucht. Der Kernbefund ist, dass sich, erstens, kein zweidimensionaler Einstellungsraum zeigt, bei dem die alten ökonomischen Ungleichheiten den neuen Ungleichheiten gegenüberstehen, und, zweitens, nur punktuell und nicht in allen untersuchten Ländern starke Cleavages zu finden sind. Diese zeigen sich am ehesten beim Migrationsthema.
      PubDate: 2022-06-01
      DOI: 10.1007/s11609-021-00456-4
       
  • Mobilizing against the odds. Solidarity in action in the platform economy

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      Abstract: Abstract The relationship between working conditions and the development of collective solidarity has been much debated in sociology over the past century. The article contributes to this debate by exploring two recent cases of worker mobilization in the context of the Italian platform economy, concerning Amazon delivery drivers and food delivery couriers. Both groups developed specific identity frames in the course of their mobilizations in four Italian cities between 2018 and 2019, which differed significantly. The article explains those differences through a theoretical framework that bridges social movement and labor studies. While Amazon delivery drivers adopted a mobilizing strategy aimed narrowly at improving their conditions as Amazon workers, food delivery couriers elaborated a broader identity framing as precarious platform workers. The difference can be connected to specific features of labor organization, in particular regarding the diverse conditions met by digital innovation in the two sectors: While Amazon drivers belong to a technologically advanced segment (e-commerce) of a traditional sector (logistics), food delivery couriers are part of a new, platform-based sector. The article shows how such sectoral variation affected ways of collectively organizing, forms of solidarity and identity framing.
      PubDate: 2022-05-10
      DOI: 10.1007/s11609-022-00471-z
       
  • Verletzte Ansprüche. Zur Grammatik des politischen Bewusstseins von
           ArbeiterInnen

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      Abstract: Zusammenfassung Der Beitrag nimmt eine Kartierung der alltäglichen Gesellschaftskritik vor, die deutsche ProduktionsarbeiterInnen in informellen Interviewsettings äußern. Er rekonstruiert sieben typische Repertoires der Arbeiterkritik entlang der Gerechtigkeitsdimensionen ökonomischer Umverteilung, symbolischer Anerkennung und politischer Repräsentation. Die Alltagskritik der ArbeiterInnen veranschaulicht zentrale Charakteristika jenes politischen Bewusstseins, das dominierte Gruppen unter den Bedingungen einer demobilisierten Klassengesellschaft entwickeln. Damit ist ein Zustand gemeint, in dem Klassenverhältnisse zwar für objektive Lagen und Alltagserleben prägend bleiben, kulturelle Ausdrucksformen kollektiver Klassenidentität und politische Repräsentationskanäle aber brüchig geworden sind oder gänzlich fehlen. Wie der Artikel in Anknüpfung an Überlegungen Axel Honneths empirisch zeigt, liegt der Kern der Arbeiterkritik unter diesen Umständen in einem Unrechtsbewusstsein, das negativ durch den Bezug auf Übertretungen impliziter Erwartungen und Moralökonomien bestimmt ist. Dieser Zugang ermöglicht ein umfangreicheres und nuancierteres Verständnis der politischen Orientierungen von ArbeiterInnen, als es öffentliche Diskurse um einen vermeintlichen politischen Rechtsdrift der Arbeiterschaft nahelegen.
      PubDate: 2022-05-05
      DOI: 10.1007/s11609-022-00470-0
       
 
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